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Entdecke Potenziale Deiner Kinder… in der Küche

Jede Person, die im Haushalt für die Verpflegung der Familie zuständig ist, weiß um die Schwierigkeit, alle Geschmäcker immer irgendwie zufrieden zu stellen, ohne am Ende des Tages auf dem Zahnfleisch zu gehen. Das kann schon mal zu einer großen Herausforderung werden. Und natürlich geht man nicht jeden Tag mit der gleichen Lust und vor allem Zeit in die Küche, um seine Lieben zu bekochen. Schon gar nicht in Zeiten von Homeoffice und Homeschooling!!! Wenn dann bei Tisch auch noch gemeckert und gemosert wird, weil es irgend jemandem mal wieder nicht schmeckt, ist die Lust und Laune vollends im Keller. Sehr oft haben zumindest meine Kinder nämlich keine Ahnung, wieviel Energie nötig ist, um die Familie „nur“ zu bekochen. Das beginnt ja schon bei dem Gedanken, was gekocht werden soll, was mir persönlich manchmal schlaflose Nächte bereitet, über den Einkauf der Zutaten bis zur Vorbereitung der Mahlzeit, bei der jeden Tag sechs Familienmitglieder satt werden sollen. Essen und Trinken gehören aber nun mal zu unseren grundlegenden Bedürfnissen, an denen wir nicht vorbeikommen.

Vielleicht ist es also keine schlechte Idee, die Jugendlichen gerade in Zeiten von #wir bleiben zu Hause ab und zu mal in die Planung und vor allem in die Umsetzung mit einzubeziehen. Wenn der nächste Supermarkt oder Discounter in der Nähe ist, kann man doch seine Tochter oder seinen Sohn durchaus zu Fuß oder mit dem Fahrrad mit einer leicht verständlichen Einkaufsliste zum Einkaufen schicken. Der Gang durch die einzelnen Gänge im Supermarkt, um die verschiedenen Zutaten erstmal zu finden, ist schon eine Challenge für sich.

Da kann es schon mal passieren, dass man noch per Sprachnachricht gefragt wird, was, wo, in welchem Regal zu finden ist. Wir können natürlich auch zusammen die Einkäufe erledigen und später gemeinsamen kochen. Hier kann eine sinnvolle Verteilung der Aufgaben durchaus Zeit sparen, die man später wiederum für andere Dinge nutzen kann, sei es für sich selbst oder mit der Familie. Dabei entdeckt man vielleicht versteckte Kochtalente in seinen Kindern, es ergeben sich nette Gespräche zu Themen, die eventuell gar nichts mit Kochen zu tun haben, und gibt dem Nachwuchs wiederum die Möglichkeit, Einblicke in Zutaten und Vorbereitung einer Mahlzeit zu gewinnen. Welche Zutaten passen zusammen, was muss wie lange kochen, im Ofen braten oder backen und last but not least, wieviel muss gespült, abgetrocknet und weggeräumt werden, bevor die Küche wieder sauber und aufgeräumt aussieht ( was ich mir unter aufgeräumt vorstelle :-)).

Wunschessen

Eine Idee, wie man alle Esser ein wenig zufriedener machen kann – und sich den Kopf viel weniger über Menüplanung zerbrechen muss!

Vor uns liegen jede Menge Koch- und Backbücher. Jedes Familienmitglied erhält drei kleine Zettelchen, die mit seinem Namen beschriftet sind. Dann darf in den Büchern gestöbert werden und jeder sucht sich drei Gerichte aus; die Zettel sind die Lesezeichen. Einzige Regel: Jede Person darf maximal eine Süßspeise auswählen.

Der Küchenchef oder die Küchenchefin überprüft die Rezepte nach Machbarkeit (Können die Zutaten besorgt werden? Sind die Zutaten bezahlbar? Sind die notwendigen Küchengeräte vorhanden? usw.) und stellt die Einkaufsliste zusammen. Gekocht wird dann gemeinsam mit der Person, die das Rezept ausgewählt hat, wer kann, macht das natürlich allein. Je nach Größe der Familie dauert es etwa eine Woche, bis alles ausprobiert ist.

Auf diese Weise bekommt jeder mal sein Wunschessen, alle probieren etwas Neues und jeder hilft mal in der Küche. Und ist dann ganz stolz, wenn es den anderen schmeckt. Selbst kleine Kinder können schon Gemüse waschen und putzen, Jugendliche bewältigen die Aufgabe vielleicht schon ganz allein. Und alle lernen, dass das Mittagessen nicht von allein im Kühlschrank wächst.

(INES-Team)