Hausaufgabenblues – Das schaffe ich (nicht)

Aufgrund der Schließung der Schulen sehen sich viele Eltern nun vor der Aufgabe, die Kinder zuhause zu beschulen, oder es gibt noch Aufgaben, die die Kinder in den Ferien erledigen müssen. Teilweise muss aber gleichzeitig auch das Arbeitspensum im Rahmen des Homeoffice geleistet werden. In welcher individuellen Situation sich eine Familie auch befindet: Für alle ist dies eine neue Situation.
Bevor der Hausaufgabenblues einsetzt und man sich denkt ‚das schaffe ich eh nicht‘, gibt es hier ein paar Tipps, die helfen können, diese Situation dennoch zu meistern:

1. Rhythmus ist die halbe Miete
Da die Kinder in der Regel Aufgaben durch die Schule gestellt bekommen, gibt es einen bestimmten Rahmen, was genau geschafft werden sollte. Da Kinder natürlich lieber spielen oder rausgehen, ist es oft schwierig, sie zum Arbeiten zu motivieren. Es kann sehr hilfreich sein, diesen Widerständen mit einem festen Tagesplan bzw. Rhythmus entgegenzuwirken. Wichtig ist dabei, dass trotz der Zeit zuhause früh aufgestanden wird. Vielleicht nicht so früh wie sonst, aber auch nicht erst um 10 Uhr. Ein gemeinsames Frühstück ist ein schöner Start in den Tag. Dann sollte es jedoch, wie auch zu Schulzeiten, eine zeitlich begrenzte Arbeitsphase geben. Die Aufgaben können mit dem Kind besprochen werden, aber danach sollte das Kind alleine für sich arbeiten. Alles, was es alleine schaffen kann, sollte erledigt werden, sodass Eltern in der Zeit auch ihren Aufgaben nachgehen können. Besprochen werde sollte auch, wann Fragen geklärt werden können, damit Eltern nicht ständig unterbrochen werden. Nach der festgelegten Zeit (z.B. zwei oder drei Stunden) sollten die Aufgaben beendet sein bzw. eine längere Pause eingelegt werden. Schön ist auch, wenn zum Arbeiten z.B. Snacks bereit gestellt werden. Die Pause darf gerne Bewegung und frische Luft beinhalten. Je nach Arbeitsaufwand kann dann nachmittags auch nochmal eine Phase des Arbeitens geplant werden. Zentral ist, dass der Ablauf auch dem Kind klar ist und dass der Tag sowohl Ruhe- und Arbeitsphasen als auch etwas Action beinhaltet. Klare Strukturen ermöglichen auch, dass man in den Zeiten dazwischen gut abschalten kann und nicht immer daran denken muss, welche Rechenaufgaben noch warten. 

2. Gelassenheit – Eltern sind keine Lehrer!
In den ersten Schuljahren sind die Inhalte der Schulaufgaben ja noch halbwegs verständlich, auch wenn es da manchmal Rechenwege o.Ä. gibt, wie man sie später nicht mehr nutzt. In höheren Klassen wird es aber zunehmend schwieriger, die Kinder gut zu beraten. Wichtig ist, dass Eltern sich klar machen, dass sie keine ausgebildeten Lehrer sind. Sie müssen nicht alles perfekt erklären können und können auch nicht jeden Inhalt spontan abrufen. Helft Euren Kindern dort, wo Ihr es könnt, und seid ehrlich zu Eurem Kind und Euch selbst, wenn Ihr an Grenzen stoßt. Es ist auch kein Problem, Fragen über ein Telefonat mit den Großeltern oder Nachbarn zu klären, die in dem einen oder anderen Fach vielleicht fitter sind. Auch die Absprache mit Mitschüler*innen und anderen Eltern ist eine super Möglichkeit, das zu lösen. Wenn es Lösungen durch die Lehrkraft gibt, ist auch das eine Möglichkeit, die Aufgaben zu prüfen. Wichtig ist lediglich, dass Eltern sich nicht stressen, um ihr Kind perfekt zu fördern. Diese Situation ist für alle schwierig und die Lehrkräfte sollten das Material so bereitstellen, dass die Schüler*innen weitgehend selbstständig die Inhalte erarbeiten können. Auch Euer Kind kann daran wachsen. Ihr solltet es unterstützen und evtl. Hilfe suchen, aber Ihr müsst darin kein Profi sein. 

3. Kommunikation von Problemen und Sorgen
Eng verbunden mit dem vorherigen Aspekt ist, dass Ihr bei einer Überforderung oder bei Sorgen nicht alleine bleibt. Sucht Euch Sie Hilfe bei Nachbarn, Verwandten oder Freunden, um besser unterstützen zu können, scheut Euch aber auch nicht davor, die Lehrkräfte zu kontaktieren. Diese müssen in der schulfreien Zeit verfügbar sein und können gute Tipps geben, wie man die Ansätze besser erklären kann. Die Lehrkräfte sind dazu ausgebildet und kennen sich fachlich sehr gut aus. Bei jeglichen Fragen zum Inhalt und zum Material sollten diese erfahren, wo es hakt, Lösungswege erklären und auch gemachte Aufgaben erklärend prüfen. Nutzt diese Möglichkeit und habt keine Angst, Euch zu melden. In der Regel seid Ihr nicht allein mit diesen Problemen. Auch in anderen Familien läuft es momentan nicht immer rund.

4. Unterstützungsangebote nutzen
Neben den genannten Möglichkeiten stellt auch das Internet selbstverständlich Hilfsmittel bereit, um Euer Kind zu unterstützen. Zu diversen Fächern gibt es tolle Videos bei YouTube, es gibt Sportangebote für Kinder (z.B. ALBA Berlin – https://www.albaberlin.de), es gibt Lernplattformen, auf denen man Satzstellung oder Grammatik oder auch Rechenwege üben kann. Da die Fülle so groß ist, hier nur der Hinweis zu Übersichtsplattformen (https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/tipps-fuer-lernplattformen-und-tools/ oder https://www.planet-schule.de oder  https://www.zdf.de/wissen/schulersatzprogramm-100.html), auf denen Ihr einzelne Angebote finden können. Auch hier kann die Lehrkraft ggf. unterstützen.

(INES-Team)