Umgang mit Konflikten

Soziale Interaktionen sind wichtig, können im Überfluss aber auch zu Stress führen. Darum sind die Zeiten und Orte, um sich zurückzuziehen, mindestens genau so wichtig. Gespräche, Gedanken und das eigene Verhalten können dadurch von den einzelnen Familienmitgliedern überdacht und verarbeitet werden. Das gilt auch für Diskussionen und Streitgespräche. Wenn die Emotionen hochkochen, kann es für alle Familienmitglieder hilfreich sein, wieder zur Ruhe zu kommen. Der Familienrat kann dabei helfen, gemeinsam Lösungen zu finden.

Wenn es zu einem Konflikt kommt, könnten folgende Fragestellungen hilfreich sein:

  • In welchem Raum befinden wir uns gerade? (Dabei sollten die eigenen Zimmer als Rückzugsorte berücksichtigt werden.)
  • Ist gerade der richtige Zeitpunkt, um das Problem anzusprechen?
  • Können wir das Problem alleine lösen oder wäre es besser, wenn andere Familienmitglieder dabei sind?

Eine häufige Ursache für Aggressionen zuhause sind auch die verschiedenen Drucksituationen. Im Laufe des Tages und in der Woche müssen Aufgaben fertiggestellt werden. Für Kinder und Jugendliche sind es schulische Aufgaben, für die sie ggf. sogar Unterstützung brauchen. Viele Eltern befinden sich im Homeoffice und müssen Aufträge für den Arbeitgeber erfüllen. Dazu kommt dann noch der Haushalt.

  • Besonders wichtig sind hier wieder die Struktur und der entsprechende Raum, wann jedes Familienmitglied die wichtigsten Aufgaben erledigen kann.
  • Eine Prioritäten- und Aufgabenliste sorgt für alle Aufgaben, die das Zusammenleben beeinflussen (Wer macht den Abwasch? Wer kocht?…)

Wichtig ist darüber hinaus, dass sich alle Familienmitglieder gegenseitig unterstützen. Ein Aufrechnen der erledigten Aufgaben und ein rauer Tonfall in Gesprächen führen zunehmend zu einer schlechten Stimmung. Wichtig sind gegenseitiges Verständnis, eine ruhige Ansprache und ggf. auch eine räumliche Trennung, damit Aggressionen schon im Keim erstickt werden. Im weiteren Verlauf sind einfache Strategien zu finden, die Stress und Aggressionen zuhause mindern können. Die folgenden Ideen und Anregungen funktionieren für Eltern genauso gut wie für Jugendliche:

Strategie 1: Humor

Ausgelassenes Lachen kann bereits helfen, Ärger abzubauen.

  • Erinnere dich an eine besonders lustige Situation oder
  • Halte ein Video bereit, bei dem du gar nicht anders kannst als zu lachen.

Nach einem ausgiebigen Lachen hat sich die Wut oftmals schon einigermaßen gelegt. Ganz nebenbei hebt Lachen die Stimmung und man kann Dinge wieder gelassener angehen.

Strategie 2: Musik

Erstelle eine Notfall-Playlist mit Songs, die dich in gute Stimmung versetzen. Mit einer solchen Liste auf deinem Phone und Kopfhörern in der Tasche bist du immer gegen aufkommenden Ärger gerüstet.

Strategie 3: Bewegung

Aggressionen setzen Energie frei. Damit diese sich nicht in ungewollten Attacken, verletzenden Worten, Tritten oder Schlägen entlädt, ist es wichtig, sie anders umzusetzen.

Deshalb ist Aggressionen abbauen durch Sport eine bewährte Strategie. Laufen, Ballsportarten oder Krafttraining sind nur einige Beispiele von Sportarten, die geeignet sind, um seine Energie einzusetzen. Probiere verschiedene aus und finde diejenige, die dir am meisten zusagt!

Strategie 4: Durchatmen

Wenn du aggressiv bist, passiert es schnell, dass du die Luft anhältst und nicht gleichmäßig atmest. Dein Körper schlägt dann Alarm und schüttet Adrenalin aus. Dadurch wirst du noch aggressiver und angespannter. Deshalb hilft es in stressigen und anstrengenden Situationen, einfach tief und gleichmäßig einzuatmen. Wenn du aufgebraust bist und etwas Zeit hast, hilft dir eventuell auch ein Spaziergang an der frischen Luft. Das kann gleichzeitig noch sehr entspannend auf dich wirken und deine Aggressionen abbauen.

Strategie 5: Ablenkung

Häufig hat man sich in Situationen hineingesteigert oder die Anwesenheit einer Person mit entsprechenden Kommentaren sorgen für ein negatives Gefühl. Der Versuch, die Situation frühzeitig zu verlassen, um sich anderen Aufgaben und Personen zu widmen, können helfen, auf andere positive Gedanken zu kommen.

(Skills4life)